Enzian Südtirol

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15. Februar 2021 Zur Übersicht

Wie sicher ist die Autobahn und die Umgebung entlang der A22

Als im Jahr 2018 in Genua die Morandi Brücke einstürzte, wurden eiligst Straßennetz und besonders die vielen Brücken genauer angeschaut. Die Erkenntnis, dass die Straßen, Autobahnen und die Brücken in einem sehr bedenklichen Zustand waren, lässt seit dem Unglück aufhorchen. In Südtirol hat man daraufhin auch die Brennerautobahn unter die Lupe genommen. Letzthin hat der Felssturz beim Hotel Eberle ebenso die Risiken im Gelände und in der Natur aufgezeigt.

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Fragen:

1. Wie sicher sind die Berghänge, Felsvorsprünge entlang der A22?

2. Wie erfolgen die Kontrollen der Tragpfeiler und deren Umgebung entlang der A22?

3. In welchen Abständen werden diese Kontrollen der Tragpfeiler, Zustand des Betons auf Alterung an der A22 durchgeführt?

4. Wird auch das Umfeld (Berghänge, Felsen, usw.) geologisch untersucht (siehe Felssturz) beim Hotel Eberle?

Bozen, 08.02.2021

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort im Plenum am 10.03.2021 von LR Alfreider

ALFREIDER (Landesrat für Ladinische Bildung, Ladinische Kultur, Verkehrsnetz, Mobilität – SVP):

Lieber Kollege Unterholzner, danke für diese Anfrage. Wir haben die kompetenzmäßig an die A22, also an die Brennerautobahngesellschaft weitergeleitet und folgende Informationen bekommen.

Zu Frage Nr. 1. Im Südtiroler Abschnitt der Brennerautobahn sind die Berghänge oberhalb der Autobahn generell einer Gefahr von Erdrutschungen ausgesetzt, was hauptsächlich mit der Morphologie des Gebietes zusammenhängt. Zur Erhöhung des Risikos tragen neben den spezifischen lokalen geologischen Bedingungen auch die klimatischen Eigenschaften des Gebietes bei, die durch Zyklen von Gefrieren und Wiederauftauen gekennzeichnet sind. Seit dem Bau der Autobahn wurden stetig Konsolidierungsarbeiten zur Stabilisierung von Hängen und Böschungen durchgeführt, Steinschlagbarrieren, Rückhaltenetze installiert und schrittweise auch geeignete Überwachungssysteme zur Erhöhung der Sicherheit eingeführt.

Zu den Fragen Nr. 2 bis Nr. 4 und spezifisch zu den Kontrollen der Bauwerke entlang der Strecke. Die Brennerautobahngesellschaft führt kontinuierliche Messungen durch. Insbesondere Brücken, Viadukte und Tunnels werden gemäß den geltenden Bestimmungen jährlich, periodisch und mehrfach sowie in zusätzlichen Intervallen, die mit den baulichen Besonderheiten zusammenhängen, eingehend kontrolliert und auf eventuelle Gefahren hin geprüft. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser regelmäßigen Inspektionen und der Überwachung mit den Instrumenten werden diese Eingriffe geplant und vorgesehen. Sie sehen ja, dass es kontinuierlich Baustellen gibt, was leider zu Verkehrsverzögerungen führt. Diese Arbeiten haben absoluten
Vorrang für die Sicherheit der Infrastruktur selbst. In den letzten zehn Jahren wurden mehr als 20 Millionen Euro für Erhebungen, Messungen, Studien, Analysen, Überwachungen und für den Kauf von Kontrollinstrumenten ausgegeben. Es wurden Steinschlagbarrieren, Stützmauern und Installationen für die Entleerung von Netzen errichtet. Die Netze müssen bei Felsstürzen oder Murenabgängen entleert werden.


Replik vom Abg. Unterholzner

UNTERHOLZNER (Team K):

Danke, Herr Landesrat, für diese Ausführungen. Man sieht, dass die Felshänge mit Netzen usw. geschützt werden. Was die Autobahn betrifft, habe ich keine Bedenken, aber der Felssturz beim Hotel Eberle hat gezeigt, wie unberechenbar manche Felsen sind. Ein größerer Felssturz könnte beispielsweise auch den Tragpfeiler einer Brücke beschädigen. Das soll absolut nicht als Kritik verstanden werden, sondern als Hinweis. Aufgrund Corona wurden wir beim Hotel Eberle vor einem größeren Unglück verschont, denn in dieser Zeit sind dort oben normalerweise viele Leute bei den Seminaren.

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