Enzian Südtirol

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17. November 2020 Zur Übersicht

Verstorben mit oder am Corona Virus?

Immer häufiger wird mir die Frage gestellt, wo die Grenze zwischen „mit Covid verstorben“ und „an Covid gestorben“ liegt. Die diesbezügliche Unsicherheit beim Bürger ist mit ein Grund dafür, dass Covid bagatellisiert wird. Der Höhepunkt war eine Person mit großen Schmerzen, die mich gefragt hat, ob es nicht möglich wäre, sich mit Covid infizieren zu lassen, damit sie im Krankenhaus aufgenommen wird. Eine weitere Unsicherheit besteht bezüglich der Frage, warum ein Abstrich im Rachen für den Test nicht genügt. Viele Menschen haben ein Problem, sich etwas in die Nase einführen zu lassen. Es wäre sicher gut, die Bürger/innen auch in diesen Punkten zu informieren und aufzuklären.

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Fragen:

1. Wie ist medizinisch-wissenschaftlich einwandfrei feststellbar, dass jemand an Covid verstorben ist?

2. Weshalb besteht medizinisch die Notwendigkeit, den Abstrich auch an der Nasenwurzel zu machen?

Bozen, 16.11.2020

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort von LR Widmann

Ad 1:
“Wie ist medizinisch-wissenschaftlich einwandfrei feststellbar, dass jemand an Covid verstorben ist?”
Die Todesursache wird nach den Regeln der ISTAT und WHO vom Abteilungsarzt im Krankenhaus oder dem leichenbeschauenden Arzt auf dem Territorium bestimmt. Wenn ein Patient, der im Krankenhaus positiv auf Covid-19 getestet wurde bzw. ein positiver Covid-19 Test vorliegt, der zu Hause bzw. extern gemacht wurde, wird diese Angabe normalerweise im ISTAT Formular nach dem Tod registriert. Es hängt von den klinischen Kenntnissen des Abteilungsarztes oder des leichenbeschauenden Arztes ab, ob der Patient an oder mit Covid gestorben ist.

Ad 2:
“Weshalb besteht medizinisch die Notwendigkeit, den Abstrich auch an der Nasenwurzel zu machen?”
Es gibt eindeutige Leitlinien wie ein Test für den Nachweis von Coronaviren durchzuführen ist. Schnelltests benötigen Nasenabstriche, Rachenabstriche reichen nicht aus!

Mit freundlichen Grüßen.

Der Landesrat
Dr. Thomas Widmann

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