Enzian Südtirol

Politik für die Menschen

Arbeit im Landtag

13. November 2020 Zur Übersicht

Südtiroler Covid-Erfahrungs-Ressourcen nutzen

Die Lage ist prekär. Außer der in Aussicht gestellten Impfung oder dem Kohortenprinzip gibt es so gut wie keine lösungsorientierten Vorschläge. Die Medizin ist keine Wissenschaft, sie nutzt aber Wissenschaften und deren Erforschungen (Technik, Chemie, Biologie usw.) und stellt diese in den Dienst der Heilung oder Besserung. Die Medizin hat aber noch etwas sehr Wichtiges zu bieten: die Erfahrung der Ärzteschaft. Leider wird diese in den letzten Jahrzehnten immer mehr von der evidenzbasierten Medizin verdrängt. Wir haben in Südtirol viele Ärzt/innen mit großer Erfahrung und auch valide Biostatistiker. Bringen wir die beiden Gruppen doch zusammen und machen validierte, randomisierte Studien zu Covid, und laden, durch Zufall ausgewählte „Positive“ dazu ein, an der Studie teilnehmen. Inhalt der Studie(n) könnten Therapieansätze sein, die – immer unter der Voraussetzung des nihil nocere – testen, ob bestimmte, zum Teil auch in den Medien kursierende Medikamente oder Heilmethoden überhaupt nützen – oder eben nicht. Dies weit abseits von den kleinkindlich anmutenden Streitigkeiten zwischen Befürwortern und „Weltverschwörungsanhängern“. Die einzelnen, zu testenden Methoden könnte durch eine Fachgruppe bestimmt werden.

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Frage:

1. Wie steht die Landesregierung zu diesem Vorschlag?

Bozen, 03.11.2020

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort von LR Widmann

Sehr geehrter Landtagsabgeordneter,

in Bezug auf Ihre aktuelle Fragestunde teile ich Ihnen folgendes mit:
Seit Beginn der COVID-19 Pandemie werden in Südtirol verschiedene Studien in den Bereichen Diagnostik, Therapie und Epidemiologie durchgeführt bzw. sind derzeit bei der Begutachtung durch das zuständige Ethikkomitee.
Bei den epidemiologischen Studien wird unter anderem die Prävalenz von SARS CoV 2–Antikörper d.h. die Anzahl von Personen, die mit dem Virus in Berührung gekommen sind, untersucht. In diesem Rahmen wird die Wirksamkeit von verschiedenen therapeutischen Ansätzen überprüft.
Fachgruppen von Südtiroler Ärzten und Biostatistiker besprechen in Fachgruppensitzungen, die neuesten Studienergebnisse und machen auch aufgrund ihrer praktischen Erfahrungen Vorschläge für neue zusätzliche Studien zum Thema Covid 19.
Randomisiert kontrollierte Studien sind auch aus ethischen Gründen nicht immer möglich bzw. sinnvoll. Deshalb kommen auch andere Studienformen zum Einsatz.

Mit freundlichen Grüßen

Der Landesrat
Thomas Widmann

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