Enzian Südtirol

Politik für die Menschen

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30. April 2021 Zur Übersicht

Sterberate allgemein und in den Altersheimen

In der Vergangenheit und besonders im Corona Jahr sind viele Menschen in den Altersheimen an Corona, eines natürlichen Todes oder aufgrund Einsamkeit verstorben.

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Fragen:

1. Wieviele Menschen sind in den Südtiroler Altersheimen in den Jahren 2019, 2020 und 2021 im Zeitraum vom 01. Jänner bis 30. April aufgeschlüsselt nach Altersheimen, Jahren und Monaten verstorben?

2. Wieviele Menschen sind insgesamt in Südtirol in den Jahren 2019, 2020 und 2021 im Zeitraum 01. Jänner bis 30. April aufgeschlüsselt nach Jahren und Monaten verstorben?

Bozen, 30.04.2021

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort im Plenum am 11.05.2021 von LR Deeg

DEEG (Landesrätin für Soziales, Wohnbau, Familie und Senioren – SVP):

Sehr geschätzter Präsident, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, geschätzter Kollege Unterholzner, ich möchte vorausschicken,

dass für eine umfassende Analyse der Fragestellungen noch einige wichtige Informationen fehlen. So wurden beispielsweise von Seiten des Landesstatistik-Instituts ASTAT noch keine definitiven Daten zur Sterblichkeit nach Altersklasse im Jahr 2020 veröffentlicht. Da in den Seniorenwohnheimen hauptsächlich Menschen mit mehr als 80, 85 Jahren leben, die zudem in hohem Ausmaß pflegebedürftig sind – sonst wären sie nicht in einer Pflegeeinrichtung -, ist diese Information, also die Vergleichbarkeit mit der entsprechenden Altersklasse außerhalb der Einrichtungen sehr wichtig, um zu verstehen, welche Unterschiede es zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern von Heimen und Menschen derselben Altersgruppe, die zu Hause wohnen, gibt. Um zu untersuchen, ob das Heimsetting eine spezifische Auswirkung auf die Sterberate gehabt hat, müssen die Zahlen mit einer Bezugsgruppe mit ähnlichen Eigenschaften verglichen werden. Es wäre nicht korrekt, die Daten der Seniorenwohnheime mit den Daten der allgemeinen Bevölkerung zu vergleichen, sondern der korrekte Vergleich ist jener mit Personen derselben Altersklasse und mit ähnlichem Gesundheitszustand. Die jährliche Anzahl der Verstorbenen in Seniorenwohnheimen unterliegt seit jeher bestimmten Schwankungen, die beispielsweise mit den Eigenschaften der jährlichen Grippewellen zusammenhängen. In den Jahren 2015 bis 2019 hat es in den Seniorenwohnheimen folgende Todeszahlen gegeben:
Im Jahr 2019 1.189,
im Jahr 2018 1.142,
im Jahr 2017 1.215 – da sehen Sie beispielsweise eine Abweichung -,
im Jahr 2016 1.106 und
im Jahr 2015 1.135.
Für das Jahr 2020 zeichnet sich eine Anzahl von Verstorbenen in den Seniorenwohnheimen von circa 1.500 ab, welche über dem Durchschnitt der letzten Jahre liegt. Dies war aufgrund der Eigenschaften der Covid-Epidemie, welche besonders bei älteren und gebrechlichen Personen einen schweren Verlauf hat, auch nicht anders zu erwarten. Für eine konkrete Analyse und Interpretation dieser Zahlen ist allerdings ein Vergleich im oben beschriebenen Sinne erforderlich, mit der Entwicklung der allgemeinen Todeszahl bei gleicher Altersklasse und gleichem Gesundheitszustand.
Zudem können Aussagen zu den genauen Todesursachen nur aufgrund einer epidemiologischen Analyse durch die Gesundheitsdienste gemacht werden. Es handelt sich um das, was umgangssprachlich mit dem Begriff “an Corona oder mit Corona” diskutiert wird. Die oben angeführten Zahlen geben ganz einfach die absolute Entwicklung wieder, ohne im Detail auf die Ursachen der einzelnen Fälle einzugehen, da diese Analyse, die von Seiten der Gesundheitsbehörden im Rahmen der epidemiologischen Beobachtung durch geführt wird, ebenfalls noch nicht verfügbar ist. Das ASTAT hat einstweilen die Zahlen vom ISTAT erhalten, das die entsprechende Datenlage aus anderen Provinzen und Regionen vergleicht. Es ist allerdings noch
mit der Aufarbeitung dieser Daten beschäftigt. Voraussichtlich werden sie im Juli/August dieses Jahres vorliegen.


Replik vom Abg. Unterholzner

UNTERHOLZNER (ENZIAN):
Kurze Replik.

Ich habe bewusst nicht “an oder mit Corona” geschrieben, weil das vielleicht zu aufwendig ist. Genauso habe ich nicht nach altersbezogen gefragt. Ich habe nicht nach den Daten von 2015 bis 2019 gefragt, sondern wollte einen Vergleich der Jahre 2019 bis 2021 haben.
Ich ersuche Sie, mir die Daten, die Sie bis jetzt haben, in schriftlicher Form auszuhändigen. Sobald Sie die Daten der Jahre 2019 bis 2021 haben, würde ich Sie ersuchen, diese nachzureichen. Vielen herzlichen
Dank!


E-mail an LR Deeg am 13.07.2021

Sehr geehrte Landeshauptmannstellvertreterin,

im Auftrag des Abgeordneten Josef Unterholzner, ersuche ich Sie um Mitteilung bis wann wir für die Aktuelle Fragstunde „Sterberate allgemein und in den Altersheimen“ (27/Mai/2021) die Antwort erwarten können.

Im Anhang finden Sie die Aktuelle Fragestunde sowie Ihre Antwort im Plenum und die Replik vom Abgeordneten.

Mit den besten Grüßen
i.A. Nadia Kerschbaumer

hier der LINK zur Aktuellen Fragestunde 25/Oktober/2021 wo wir LR Deeg dieselben Fragen nochmals stellten

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