Enzian Südtirol

Politik für die Menschen

Arbeit im Landtag

21. Oktober 2020 Zur Übersicht

Sanfte Mobilität – Seilbahnen als Alternative zu überlasteten Straßen

Es ist allerseits bekannt, dass es in den großen Ballungszentren unseres Landes mit starkem Pendler- und Touristenverkehr häufig zu hohem Verkehrsaufkommen und Staus kommt. Viele Fahren mit dem eigenen Pkw, meist allein.

Ihre Bedürfnisse sind unterschiedlicher Art.

Eine Lösung, die für alle gut geht, kann nur unter ganzheitlicher Berücksichtigung der drei Hauptfaktoren Wirtschaft, Soziales und Umweltschutz, nachhaltig umgesetzt werden.
Daher ist es Aufgabe der Politik, den Menschen alternative Fortbewegungsmittel in einem lückenlosen, benutzerfreundlichen Verkehrsnetz anzubieten, um einfach und schnell von A nach B zu kommen.

Diese Themen wurden bei mehreren Veranstaltungen quer durch Südtirol diskutiert, wie bei den Neujahrstreffs der Handelskammer Bozen „Menschen und Güter in Bewegung“ sowie bei „Drehscheibe Mobilität“, welche dank SWR in Zusammenarbeit Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider organisiert wurden. Allen Menschen ist ganz klar bewusst, dass für eine nachhaltige Umsetzung alle drei Bereiche, Wirtschaft, Soziales und Umweltschutz, zu berücksichtigen sind.

Viele Besucher sind den Einladungen zu den Diskussionsabenden gefolgt. Das Interesse an einer Lösung für die überlastete Verkehrsverbindung vom Überetsch/Unterland in die Landeshauptstadt beschäftigt die Bevölkerung seit vielen Jahren sehr stark. Genau dasselbe ist aus dem Passeiertal, Dorf Tirol und Schenna zu hören. Viele Menschen pendeln täglich, unabhängig vom Tourismus.

In verschiedenen Gemeinden wurden Beschlussanträge eingebracht. Das Referendum in Bozen ist mit einem Nein zur Tram ausgegangen. Auch die Elektromobilität bietet keine wirkliche Alternative zur Verkehrsentlastung.

Es wurden bereits wichtige Schritte in diese Richtung unternommen, zahlreiche Studien erhoben. Jetzt braucht es endlich mutige Entscheidungen und deren zeitnahen Umsetzung.

Wir haben in Südtirol das Glück, die beiden weltbesten Seilbahnhersteller zu haben, die weltweit exzellente und umweltschonende sowie zuverlässige Mobilitätslösungen bereits erfolgreich umgesetzt haben. Daher liegt es nahe, dass diese Unternehmen auch für Südtirol optimale und nutzerfreundliche Verbindungen zwischen Land, Bergen und Städten relativ zeitnah umsetzen könne und dürfen.

Dass Seilbahnmobilität in Südtirol immer mehr Beachtung findet, erklärt sich aus vielen Vorteilen. Wertschöpfung sowie Arbeitsplätze bleiben in Südtirol. Seilbahnen sind zu 100 % umweltverträglich und klimaneutral. Seilbahnprojekte sind in sehr kurzer Zeit umsetzbar und mit relativ geringem Eingriff in die Kultur- und Naturlandschaft realisierbar. Daneben ist die Attraktivität der Seilbahn für Pendler und Touristen gegeben. Zudem könnte Südtirol, damit ein Alleinstellungsmerkmal und eine weiter Vorzeigeposition einnehmen.

Sowohl das Unternehmen Leitner als auch Doppelmayr haben schon seit vielen Jahren verschiedene Projektvorschläge vorgebracht bzw. arbeiten im Austausch mit Interessenvertretern sehr intensiv daran.

Nach Rücksprache mit den Akteuren ist ein Seilbahnprojekt innerhalb von 2 Jahren umsetzbar, und zwar mit wesentlich geringeren Kosten als eine Straßen- bzw. Straßenbahnlösung. Diese würde den Verkehr auf den Straßen drastisch reduzieren, sofern das Land im Stande ist, ein gesamtes Mobilitätsnetz nach Prioritäten aufzubauen.

Kurze Wege, Zeitersparnis ohne Hindernisse und Funktionalität sind die beste Motivation und Begeisterung für jeden Menschen, um vom Auto auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen.

Auch Landeshauptmann Arno Kompatscher hat die Wichtigkeit und Dringlichkeit zur Klimaneutralität in seiner Haushaltsrede unterstrichen, um das Land Südtirol in seiner Schönheit lebenswert zu erhalten und die Menschen zum Umstieg vom Auto auf das Rad, zur Nutzung des ÖPNV, zum Zufußgehen, Carsharing usw. zu bewegen und dafür zu begeistern.

Dafür braucht es lückenlose Lösungen, deren Voraussetzungen gemeinsam zu schaffen sind.

Dies vorausgeschickt,

verpflichtet der Südtiroler Landtag die Landesregierung:

1. Möglichst mehrere Projekte, in Erwägung zu ziehen und in kürzester Zeit zu einer Entscheidung und deren Umsetzung zu gelangen, sodass man der für manche Gebiete prekären Verkehrssituation nach Priorität mit Seilbahntechnik unmittelbar aktiv entgegenwirkt.

2. Nachdem die Tram für Bozen und die Verbindung ins Überetsch per Referendum abgelehnt wurde, setzt sich die Landesregierung für eine mögliche Seilbahnverbindung zwischen Bozen Zentrum-Eppan-Kaltern-Tramin ein.

3. Das Seilbahnprojekt Meran-Schenna zeitnah umzusetzen.

4. Einen Seilbahnanschluss von Schenna oder Dorf Tirol weiter ins Passeiertal ins Auge zu fassen, sodass eine nahtlose Verbindung von Meran bis ins Passeiertal gegeben ist.

Bozen, 12.10.2020

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner

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Dieser Beschlussantrag wurde am 21.10.2020 eingereicht.
Wird voraussichtlich in einer der nächsten Landtagssitzungen behandelt
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LINK Details zum Beschlussantrag

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