Enzian Südtirol

Politik für die Menschen

4. Februar 2022

Mobilitätskonzept sensibles UNESCO-Weltnaturerbe

ERSETZUNGSANTRAG ZUM BESCHLUSSANTRAG 171/19 – Behandelt im Landtag am 09.02.2022

 

Am 26. Juni 2009, vor 11 Jahren, wurde Südtirol und den angrenzenden Provinzen die Anerkennung UNESCO Weltnaturerbe für die Dolomiten verliehen. Der Auftrag des Schutzes dieses sensiblen Ökokreislaufes, wurde und wird allerdings häufig vergessen.

Bisher fehlen für dieses 135.000 Hektar umfassende Gebiet zukunftsweisende Strategien sowie mutige und notwendige Entscheidungen der Verantwortlichen in Tourismus, Politik und in der Stiftung Welterbe Dolomiten.

Als vor ebenfalls 11 Jahren die Devise „Südtirol als begehrtester Lebensraum“ von der damaligen SMG ausgerufen und der Weg in Richtung Qualitätstourismus propagiert wurden, hat man es verabsäumt, die Weichen für eine tief greifende Vernetzung und ein gemeinsames Engagement zu stellen.

Mutige Entscheidungen in Sachen Mobilität mit einer zukunftsweisenden Elektromobilitätsinfrastruktur für die sensiblen Dolomitenpässe wurden genauso wenig durchgesetzt, wie gezielte Sensibilisierungskampagnen, um den Tourismus von der Masse hin zur Klasse zu verändern.

Umweltschützer prangern die ausufernden Tourismusströme an, Erholung suchende Gäste und um ihre Lebensqualität besorgten Einheimischen, erhalten vonseiten der Verantwortlichen für das Weltnaturerbe in Wirtschaft, Politik und Umwelt seit Jahren keine nennenswerten Maßnahmen realisiert. Gleichzeitig aber explodiert das Verkehrsaufkommen sowie das Lärm- und Müllproblem rund um und im Weltnaturerbe.

Es bedarf dringend vernetzter Rahmen Bedingungen und stimmiger Konzepte zur Steuerung und Lenkung der Touristenströme. Unter dem Druck einer zunehmenden Überforderung der Bevölkerung dürfen auch die Worte „Kontingentierung“ und „Abschaffung von Gratismobilität zu Hotspots“ kein Tabu mehr sein.

Beispiele aus der Schweiz:
– Gornergrat (Zahnradbahn: Preis (Hin- und Rückfahrt) 88 CHF)
– Zermatt (von Täsch nach Zermatt – Bahn (Hin- und Rückfahrt) 16,40 CHF)

Dies vorausgeschickt,

verpflichtet der Südtiroler Landtag die Landesregierung:

1. Das UNESCO-Weltnaturerbe-Gebiet mittels an den Außengrenzen platzierter Schilder ganz klar und stark erkennbar zu machen und darauf aufmerksam zu machen, dass es sich um ein sensibles Gebiet handelt;

2. An den Zufahrtsstraßen zum UNESCO- Dolomiten-Gebiet eine Maut für alle Pkws und Motorräder mit Verbrennungsmotor zu erheben (davon ausgenommen sind Anrainer);

3. Für geräuscharme und umweltfreundliche Fahrzeuge eine reduzierte Maut zu ermöglichen;

4. Die Zufahrt für Fahrzeuge mit Elektroantrieb kostenlos zu ermöglichen;

5. Am Fuße der Passtrassen für eine ausreichende Verfügbarkeit von Schnellladestationen zu sorgen;

6. Diese Maßnahme mit den Regierungen der Nachbarprovinzen abzustimmen, um eine möglichst harmonische und homogene Umsetzung zu erreichen;

7. Diese Maut-Einnahmen ausschließlich für Verbesserungen des UNESCO-Weltnaturerbes und für die betroffene Bevölkerung zu verwenden.

8. Ein effizientes Zubringersystem für den öffentlichen Verkehr.

Bozen, 03.02.2022

Die Landtagsabgeordneten

Josef Unterholzner
Sven Knoll
Atz Tammerle
Ulli Mair
Andreas Leiter-Reber
Peter Faistnauer

***
Behandelt im Plenum am 09.02.2022
Teils Genehmigt (Punkt 1) mit einer namentlichen und getrennten Abstimmung
1. Abstimmung (Prämissen)
2. Abstimmung (Punkt 1)
3. Abstimmung (Punkt 2)
4. Abstimmung (Punkt 3)
5. Abstimmung (Punkt 4)
6. Abstimmung (Punkt 5)
7. Abstimmung (Punkt 6)
8. Abstimmung (Punkt 7)
9. Abstimmung (Punkt 8)
***

LINK Video Landtag
PDF-Download “Ersetzungsantrag zum Beschlussantrag 171/19

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