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24. Februar 2021 Zur Übersicht

Investitionen?

Der Sanitätsbetrieb hat mit Landesgeldern den Unternehmensberater „Matt&Partners“ millionenschwer beauftragt die Organisation im Betrieb zu „leanen“ und zu verbessern.

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Fragen:

1. Welches sind die Ergebnisse dieser Investitionen?

2. Kann ein schlüssiger Nachweis erbracht werden, dass ohne diese Investitionen ein noch größeres Chaos im Sanitätsbetrieb herrschen würde (1.500 ins Nichts verschwundene Positivbefunde – überlanges Warten auf Ergebnisse – kein Durchkommen bei Corona-hotline – Nicht-Getestete bekommen positiven Befund usw., usw. usw.)?

Bozen, 21.02.2021

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort von LR Widmann

Ad 1 und Ad 2:
„Welches sind die Ergebnisse dieser Investitionen?“
“Kann ein schlüssiger Nachweis erbracht werden, dass ohne diese Investitionen ein noch größeres Chaos im Sanitätsbetrieb herrschen würde (1.500 ins Nichts verschwundene Positivbefunde – überlanges Warten auf die Ergebnisse – kein Durchkommen bei Corona-Hotline – Nicht-Getestete bekommen positiven Befund usw., usw. usw.)?”

Derart tendenziöse und übergriffig gestellte Fragen stellen weniger dem Südtiroler Sanitätsbetrieb als vielmehr dem Fragesteller ein schlechtes Zeugnis aus. Das Pandemiegeschehen hat viele Kritiker auf die Bühne gerufen, kaum jemand davon hat aber konkrete Verbesserungsvorschläge auf den Weg gebracht, wie dies mit dem Lean- Ansatz gemacht wurde und wird:

a) Mit Sicherheit kann behauptet werden, dass die Ergebnisse und die Methoden, die der Sanitätsbetrieb mit dieser Investition erreicht und umgesetzt hat, national und international anerkannt sind.
Der Sanitätsbetrieb ist mit anderen Strukturen, die ähnliche Initiativen gestartet haben, in Kontakt (z.B. Azienda Ospedaliera Mauriziano di Torino, Azienda Ospedaliera Universitaria Senese) und nimmt an vielen Konferenzen mit Mitarbeitern oder Führungskräften teil, um über die Anstrengungen, die Ziele und Ergebnisse zu berichten.
Die angewandten Methoden und erste Ergebnisse wurden auch als Best Practice veröffentlicht, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene:
Auf nationaler Ebene:

  • Approcci e soluzioni operative: Azienda sanitaria dell’Alto Adige-Südtirol. In: (a cura di): Bacci A, Lean healthcare management: meno sprechi, più competitività. p. 287-308, Wolters Kluwer, ISBN:978-88-217-6257-4
  • Manchester Triage System, CASA EDITRICE AMBROSIANA

Auf internationaler Ebene:

  • Lean Hospital – Mit Motivation und Methode zum schlanken Krankenhausbetrieb. DAS KRANKENHAUS, vol. 106, p. 538-542, ISSN: 0340-3602
  • Patientenorientierte und effiziente Notfallversorgung durch Lean Hospital in Südtiroler Krankenhäusern. DAS KRANKENHAUS, ISSN: 0340-3602
  • An axiomatic design-based approach for the patient-value-oriented design of a sustainable Lean healthcare system. INTERNATIONAL JOURNAL OF PROCUREMENT MANAGEMENT, vol. 8, p. 66-81, ISSN: 1753-8432, doi: 10.1504/IJPM.2015.066288

b) Mit Sicherheit kann zudem behauptet werden, dass die Betriebsdirektion, trotz anderweitiger Meinungen, nicht ausreichend mit Personal besetzt ist, um eine länger andauernde Krisenzeit zu bewältigen (so befanden sich im Jahr 2020 die verschiedenen Führungskräfte nahezu im Dauereinsatz, leisteten eine enorme Anzahl an Überstunden geleistet und genossen eine Vielzahl an Urlaubstagen nicht). In dieser Zeit war und ist es ein Glücksfall, dass der Sanitätsbetrieb auf die Unterstützung von externen qualifizierten Beratern zurückgreifen kann, die den Betrieb, die Personen und die Abläufe kennen und die von den Mitarbeitern respektiert und geschätzt werden.
Die Durchführung von Recherchen und Analysen, sowie die Vorbereitung von Entscheidungen bzw. operativen Strategien sind sehr zeitaufwändig und erfahren in einer Krisenzeit hohe Relevanz. Die externen Berater und der Einsatz der Lean-Prinzipien (Orientierung am Wert für die Patienten, an Effizienz und Zeitersparnis) konnten dazu beitragen Risiken Fehleranfälligkeiten zu reduzieren.

c) Mit Sicherheit kann weiters behauptet werden, dass viele Bereiche, in denen die externen Berater eingesetzt wurden und werden, als Beispiele für “gute Organisation” genannt werden können:
1) Planung und Durchführung des Bevölkerungsscreenings im November 2020
2) Planung und Durchführung der Tests in den Schulen
3) Planung und Durchführung des Südtirol Monitorings
4) Planung und Durchführung der COVID-Impfungen

Mit freundlichen Grüßen.

Thomas Widmann
Landesrat

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