Enzian Südtirol

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Arbeit im Landtag

10. Januar 2023 Zur Übersicht

Borkendiktatur

Der Borkenkäfer befällt mittlerweile auch die Lärchen. Die Biologen doktern herum, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Wie in der Medizin auch, bringen oft die komplementären Ansätze die Lösung. Warum nicht auch bei den Bäumen?

Dies vorausgeschickt,

stelle ich an die Landesregierung folgende Frage:

1. Weshalb gibt man alternativen Anbietern nicht die Chance sich zu beweisen? Man überlässt jedem Anbieter einen Hektar befallenen Wald und dann sollen sich diese beweisen. Nach ein paar Monaten werden der Erfolg nach vorher festgesetzten Parametern beurteilt.

Bozen, 15.12.2022

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort im Plenum am 10.01.2023 vom LR Schuler

SCHULER (Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Zivilschutz – SVP):

Sehr geehrte Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Borkenkäfer und die Schäden, die von diesem Schädling verursacht werden, sind uns allen bekannt, auch, dass wir uns diesbezüglich leider Gottes noch einiges erwarten müssen. In Bezug auf die Bekämpfung stehen wir in engem Austausch nicht nur mit Wissenschaftlern vor allem im europäischen Raum. In anderen Ländern hat man bereits entsprechende Erfahrungen, weil man mit diesem Schädling schon seit Jahren zu tun hat, und zwar in beträchtlichem Ausmaß. Wir versuchen, die Erfahrungen dieser Länder in unsere Strategien miteinzubeziehen. Es hat eine entsprechende Anhörung des zweiten Gesetzgebungsausschusses gegeben, zu der auch Experten aus dem Ausland eingeladen worden sind. Wir sind einige Male auf verschiedene Rezepte angesprochen worden, die man gemeint hat, in Bezug auf die Bekämpfung gefunden zu haben. Die sind natürlich ernst zu nehmen und die nehmen wir auch ernst. Wir haben angeboten, das entsprechend zu prüfen. Kurz vor Weihnachten hat es bezüglich einer Idee, die an uns herangetragen worden ist, eine Aussprache in meinem Büro gegeben. Auf jeden Fall ist es nicht so einfach, jedem einen Hektar Waldfläche zur Verfügung zu stellen, um darauf los experimentieren zu können. Der Schädling ist zwar nicht so flugtüchtig wie andere Insekten, aber bei Windsituationen kann man die Fläche nicht nur auf einen Hektar eingrenzen, um daraus entsprechende Schlüsse ziehen zu können. Ich habe gesagt, dass es gescheiter wäre, dies zunächst im Labor zu versuchen, auch, weil manche Dinge nicht unbedingt risikolos sind und auf andere Organismen
einwirken, die im Wald keuchen und fleuchen. Deshalb muss man hier schon etwas vorsichtig sein, und zwar nicht nur in der Bewertung der einzelnen Vorschläge, sondern auch in der Umsetzung. Ich möchte noch einmal laut und deutlich bestätigen, dass wir sehr wohl an Ideen interessiert sind und diese auch ernst nehmen. Wenn wir sie für angebracht halten, bieten wir auch unsere Mitarbeit an, um sie zu testen. Allerdings muss von Fall zu Fall entschieden werden, wobei ich es für falsch halte zu sagen, dass jeder eine bestimmte Fläche zur Verfügung bekommt und auf eigene Faust Versuche machen kann. Das würde ich auch für gefährlich halten.


Replik bzw. Zusatzfrage vom Abg. Unterholzner

UNTERHOLZNER (ENZIAN): Danke, Herr Landesrat.

Eine Zusatzfrage: Glauben Sie im Ernst, dass dieses Problem im Büro gelöst werden kann? Meinetwegen können es auch zwei oder drei Hektar sein. Ich glaube schon, dass es zielführend ist, dass man jede Maßnahme versucht, um diesem Problem früher oder später Herr zu werden. Ich glaube nicht, dass man es im Büro lösen kann.


Antwort auf die Replik von LR Schuler

SCHULER (Landesrat für Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Zivilschutz – SVP):

Ich habe nicht das Büro, sondern das Labor gemeint. Im beschriebenen Fall handelt es sich um eine Substanz, die man zuerst testen muss oder soll, was man auch im Labor machen kann, ohne viel Zeit zu verlieren. Zuerst sollte man schauen, ob sie überhaupt wirkt und wie sich auf andere Insekten auswirkt, bevor man es im Freiland versucht. Das ist nicht unbedingt ein Zeitverlust, denn dazu kann man die Winterpause nutzen. Momentan gibt es eine Art Ruhephase, denn der Flug wird erst im Frühjahr wieder beginnen, wobei wir hoffen, dass die Witterung nicht eine besonders günstige für dieses Insekt sein wird. Manche Dinge kann man im Labor sehr gut untersuchen, vor allem die Wirksamkeit einer Substanz.

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