Enzian Südtirol

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11. Marzo 2021 panoramica

Schulerfass im Felsenkeller

Ich schicke voraus, dass der zuständige Landesrat Arnold Schuler vor einigen Tagen in einem Interview in den Dolomiten erklärt hat, dass für die Entnahme von Großraubwild „nur“ mehr die Zustimmung des ISPRA in Rom ausständig ist und dass daraus abgeleitet werden könnte, dass gute Aussichten für eine sinnvolle Regelung der Raubwildbestände bestünde. Auch vorausgesetzt, dass in den vergangenen Tagen laut Zeitungsmitteilungen (Dolomiten 10. März) erneut Schafe, Lämmer und Zeigen in Eppan/Perdonig gerissen wurden. Laut Zeitungsartikel der Dolomiten vom 09. März ist im Trentino und in Südtirol mit einer starken Ausbreitung der Bären zu rechnen, wodurch auch die Gefahren für Mensch und Tiere wesentlich zunehmen würden. Der zuständige Landesrat hat sich laut Bericht und Foto der „Tageszeitung“ vom 07. März bereit ein Denkmal für die Bekämpfung und die Regelung der Bären und Wolf Problematik im Versuchszentrum Laimburg gesetzt hat.

Dies vorausgeschickt,

ersuche ich die Südtiroler Landesregierung um die schriftliche Beantwortung der folgenden Fragen:

1. Wie weit sind die Verhandlungen mit Rom in Bezug auf die Raubwildbestandsregulierung gediehen?

2. Wann kann mit einer konkreten Anwendung des diesbezüglichen Artikels des Jagdgesetzes begonnen werden?

3. Was gedenkt man in diesem Jahr gegen die Gefahren von Bären und Wolf zum Schutz von Tier und Mensch konkret zu unternehmen?

4. Stimmt es, dass das in der Tageszeitung beschriebene „Denkmal“ wirklich erstellt wurde? Und wenn „warum“?

5. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die endgültige Regelung dieser Frage abzuwarten und mit der Errichtung dieses Denkmales bis zum Ende der politischen Amtszeit zu warten?

6. Was hat die Errichtung dieses Denkmales gekostet?

7. Wer hat diese Beschlüsse gefasst?

8. Wer soll diese Kosten bezahlen?

Es wird um Übermittlung der schriftlichen Antwort auf folgende E-Mail ENZIAN@landtag-bz.org ersucht.

Bozen, 11.03.2021

Der Landtagsabgeordnete
Josef Unterholzner


Antwort von LR Schuler

Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, sehr geehrter Herr Landtagsabgeordneter,

in Beantwortung der oben genannten Anfrage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

1. Wie weit sind die Verhandlungen mit Rom in Bezug auf die Raubwildbestandsregulierung gediehen?
Im Zusammenhang mit den Möglichkeiten zur Regulierung des Großraubwildbestandes gibt es keine “Verhandlung” mit Rom. Die gemeinsam von den Provinzen Trient und Bozen erarbeiteten Umsetzungsrichtlinien zum Landesgroßraubwildgesetz wurden ISPRA zur Begutachtung übermittelt. Laut bestehenden Regeln muss ISPRA für jede Vergrämungs- und Abschussaktion ein entsprechendes Gutachten abgeben. Es wird deshalb versucht, die Umsetzungsrichtlinien und Kriterien einvernehmlich zu entwickeln, damit ISPRA nur einmal ein entsprechendes Gutachten abgibt und in der Folge die Kriterien der positiv begutachteten Richtlinien von uns direkt angewendet werden können. Man ist in Erwartung einer diesbezüglichen Antwort.

2. Wann kann mit einer konkreten Anwendung des diesbezüglichen Artikels des Jagdgesetzes begonnen werden?
Die konkrete Anwendung könnte unmittelbar erfolgen, aber solange die entsprechenden ISPRA Gutachten negativ ausfallen, fehlen die Voraussetzungen.
Auszug aus der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie:
„Sofern es keine anderweitige zufriedenstellende Lösung gibt und unter der Bedingung, dass die Populationen der betroffenen Art in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet trotz der Ausnahmeregelung ohne Beeinträchtigung in einem günstigen Erhaltungszustand verweilen, können die Mitgliedstaaten von den Bestimmungen (… – diese verbieten, Exemplare der geschützten Arten zu fangen und zu töten) im folgenden Sinne abweichen:
a) zum Schutz der wildlebenden Tiere und Pflanzen und zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume;
b) zur Verhütung ernster Schäden insbesondere an Kulturen und in der Tierhaltung sowie an Wäldern, Fischgründen und Gewässern sowie an sonstigen Formen von Eigentum;
c) im Interesse der Volksgesundheit und der öffentlichen Sicherheit oder aus anderen zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses, einschließlich solcher sozialer oder wirtschaftlicher Art oder positiver Folgen für die Umwelt.
Konkret bedeutet dies, dass bis zum Erlangen von einvernehmlichen Umsetzungslösungen, neben dem Großraubwildmonitoring in erster Linie alle möglichen Herdenschutzmaßnahmen getroffen werden müssen – diesbezüglich hat Südtirol viel nachzuholen.

3. Was gedenkt man in diesem Jahr gegen die Gefahren von Bären und Wolf zum Schutz von Tier und Mensch konkret zu unternehmen?
Es wird alles unternommen, was im Rahmen der bestehenden Regeln möglich ist.

4. Stimmt es, dass das in der Tageszeitung beschriebene „Denkmal“ wirklich erstellt wurde? Und wenn „warum“?
Der zum Landesweingut Laimburg gehörende Felsenkeller dient der Vorstellung Südtirols als Weinland. Große Holzfässer mit Schnitzereien zu verzieren und damit auf die eigene Geschichte und Werte hinzuweisen ist eine lange Tradition in der Weinkultur, nicht nur in Südtirol, sondern auch in anderen Weinbauländern. Diese Tradition aufnehmend befinden sich im Eingangsbereich des Felsenkellers – ähnlich wie in vielen Kellereien Südtirols – eine Reihe großer Fässer aus Eichenholz. Um bei Führungen und Veranstaltungen auch angemessen über die historische Entwicklung der letzten Jahre Auskunft geben zu können, sollte auch die Epoche der Jahre 2006-2020 angemessen durch ein dazu passendes künstlerisches Fass repräsentiert sein. Insofern würden wir nicht von einem „Denkmal“ sprechen; vielmehr handelt es sich bei dem gegenständlichen Fass um ein Exponat, das dokumentarischen und didaktischen Zwecken dient.

5. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die endgültige Regelung dieser Frage abzuwarten und mit der Errichtung dieses Denkmales bis zum Ende der politischen Amtszeit zu warten?
Diese Holzfässer erzählen die Geschichte Südtirols und sind mit den damit verbundenen Persönlichkeiten in Zusammenhang gebracht. So stellt etwa das erste Fass den ehemaligen Landeshauptmann und „Landesvater“ Silvius Magnago dar, der entscheidend zur Erlangung der Autonomie Südtirols beitrug. Auch Altlandeshauptmann Luis Durnwalder wird seit 2006 auf einem Fass dargestellt. Bei Besucherführungen, Weinverkostungen und anderen Veranstaltungen werden alle Personen zu dieser Station geführt, um ihnen die Geschichte Südtirols und des Versuchszentrums Laimburg zu veranschaulichen. Auf diese Weise erhalten insbesondere Gäste aus dem Ausland Einblick in die Geschichte und in die Bedeutung der Weinkultur und der Weinwirtschaft für unser Land.
Um auch die jüngere Geschichte des Versuchszentrums nach der Ära Durnwalder abzubilden, wurde entschieden, anlässlich des 45. Jahrestages der Gründung des Versuchszentrums Laimburg (2020) und der Eröffnung des neuen Stadlhofgebäudes, welches gewissermaßen für das Ende des Reorganisationsprozesses des Versuchszentrums Laimburg steht, ein Fass zu gestalten. Dieses Fass hätte im Jahr 2020 im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung zu oben genanntem Anlass vorgestellt werden sollen. Pandemiebedingt musste diese Veranstaltung verschoben werden, weshalb das Fass bis heute verhüllt blieb. Meine Abbildung auf dem Fass begründet sich im Anstoß der Reorganisation des Versuchszentrums mit dem Ziel, die Verwaltung der landeseigenen Güter effizienter zu gestalten und es dem Versuchszentrum zu ermöglichen, sich auf seine Kernkompetenzen – nämlich die Forschung zum Wohl der Südtiroler Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung – zu konzentrieren.

6. Was hat die Errichtung dieses Denkmales gekostet?
Die künstlerische Gestaltung des gegenständlichen Holzfasses für die Gestaltung betrugen 10.900 Euro exkl. Mehrwertsteuer.

7. Wer hat diese Beschlüsse gefasst?

8. Wer soll diese Kosten bezahlen?
Der Felsenkeller und die Holzfässer sind Teil des Versuchszentrums Laimburg. Die Beauftragung erfolgte durch das Versuchszentrum Laimburg, welches die Kosten trägt.

Mit freundlichen Grüßen

Der Landesrat
Arnold Schuler

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